Due a due für Sopran-Saxofon in B und Percussion (op. 88a, 1987)
Sopran-Saxofon, Percussion (ein Spieler): Vibrafon, Marimba, Becken
Dauer: 8 Minuten
Normand Deschênes | Mark Lutz
Schott Music ADV 7039 / ISMN: 979-0-2063-0690-7
Literaturliste des Deutschen Musikrates für den Wettbewerb "Jugend musiziert":
Schwierigkeitsgrad 4 und 5 / schwierig - sehr schwierig (Mittelstufe II - Oberstufe)
Die Großform des einsätzigen Werkes ist siebenteilig. Eine langsame Einleitung beginnt mit Multiphonics des Saxofons und Beckenklängen, die mit einem Kontrabaßbogen angestrichen werden. Vibraphon und Marimbafon geben die akkordliche Grundierung für eine fanfarenhafte Invocation des Saxofons. Das anschließende Allegro wird durch eine ostinate Tonfolge, gewonnen aus den Akkorden der Einleitung, im Marimbafon bestimmt; darüber wird vom Saxofon, ausgehend von einer Vierton-Folge, eine vom Jazz beeinflußte Gestik entwickelt. Die Bauelemente werden in einem kadenzartigen Abschnitt verarbeitet, gefolgt von einer ariosen Passage, die über leise pochenden Klängen schließlich zu einem Höhepunkt mit dem B-A-C-H - Zitat im Saxofon führt. Wieder geht es kadenzartig weiter. Slap im Saxofon und gestoppte Töne bei Vibrafon und Marimbafon stellen neue klangliche Möglichkeiten zur Diskussion, die Bauelemente werden in lockerer Folge gegeneinander ausgespielt. Am Ende dieser zweiten Kadenz erscheint im Saxofon wiederum das B-A-C-H - Zitat. Eine variierte Reprise des ersten Allegroteiles führt zu einem Abgesang, der die Stimmung der Einleitung aufnimmt, wobei die Vierton-Folge des Allegro deutlich berücksichtigt wird. Mit einem Terzklang, der bis zuletzt in der Schwebe bleibt, endet das Werk im pianissimo.
Bertold Hummel