Stefan David Hummel

*1968

Behind the Quietness für Flöte, Klarinette und Streichquartett (2002) 
Für meinen Vater zum Abschied

Uraufführung:  September 2002, Attnang-Puchheim, Pfarrkirche
Sonja Korak, Flöte | Katrin Moser, Klarinette |  Réka Szilvay, Violine | Alexander Gheorghiu, Violine | Valentin Holub, Viola | Justus Grimm, Violoncello
Aufführungsdauer: 6 Minuten
Verlag: Eigenverlag
CD: Musicaphon M 55717


Als ich meinen Vater im April 2002 um Rat fragte bezüglich des Titels eines Auftragswerkes für ein Musikfestival in Österreich, war er sehr begeistert von meinem gewählten Titel "Behind the Qietness".
Freilich wusste zu dieser Zeit keiner von uns beiden, dass dieser Titel uns im August des gleichen Jahres so treffen würde.

Am Krankenbett konnte ich gemeinsam mit der Familie am "Hinübergehen" unmittelbar teilnehmen.

So schmerzlich der Prozess des "Hinübergehens" war, um so dankbarer war ich für die viele gemeinsame Zeit mit meinem Vater. Ich habe in jeder Hinsicht viel von ihm lernen können. Auch beim Abschied.
Nach dem letzten Atemzug meines Vaters konnte ich für einen kurzen Moment erfahren, was "Behind the Quietness" bedeuten könnte.

Das stille Werk basiert auf Klangflächen die meistens im Zusammenhang mit dem Bach-Choral stehen. Der Schluss mündet in das Bach-Zitat "Wer nur den lieben Gott lässt walten".

Ein Choral, das sein Leben stets geprägt hat:

Wer nur den lieben Gott lässt walten und hoffet auf ihn allezeit,
den wird er wunderbar erhalten in allem Kreuz und Traurigkeit.
Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinem Sand gebaut.

Sing, bet' und geh' auf Gottes Wegen, verricht' das Deine nur getreu,
und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu:
denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht.

Ich armer Mensch, ich armer Sünder, steh' hier vor Gottes Angesicht.
Ach Gott, ach Gott verfahr' gelinder, und geh nicht mit mir in´s Gericht.
Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer. Über mich!

Wer weiß wie nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod.
Ach wie geschwinde und behände kann kommen meine Todesnoth.
Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: mach's mir mit meinem Ende gut!

Stefan David Hummel

 

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