Hans Maier
18. Juni 1931, Freiburg - 8. Juni 2026, München.
Hans Maier und Bertold Hummel begegnen sich als Studenten in den frühen 1950er Jahren in Freiburg im Breisgau. Ab 1957 arbeiten beide dort nebenamtlich im Kindergärtnerinnenseminar, Maier im Fach Hymnologie, Hummel als Musiklehrer. Ihre gemeinsame Schülerin Adelheid Dilly (1938-2026) führt der frisch habilitierte Professor für Politische Wissenschaft 1962 zum Traualtar. Im Zuge der Umwandlung des Würzburger Staatskonservatoriums zur Musikhochschule im Jahr 1973 kreuzen sich die Wege wieder. Man trifft sich in neuen Funktionen, als Vizepräsident und Kultusminister, in Sitzungen und öffentlichen Veranstaltungen. Der freundschaftliche Umgang wird schnell wieder hergestellt. Über die Familien (Maiers haben 6 Töchter, Hummels 6 Söhne) entsteht loser Kontakt, in Briefen tauscht man sich aus, zu besonderen Anlässen musiziert man zusammen. Maier lädt Hummel in den 1970er Jahren zum prominent besetzten Gesprächskreis „Kirche und Kunst“ und fragt um Rat bei musikpolitischen Entscheidungen.
Hans Maier nimmt regen Anteil am kompositorischen Schaffen Hummels, studiert die neuesten Orgelkompositionen, besucht mit seiner Frau Hummel-Aufführungen in München und die Uraufführung des Oratoriums „Der Schrein der Märtyrer“ in Würzburg. Auch zum Requiem des Komponisten kommt das Ehepaar in den Würzburger Dom. Im Andenken an den Freund übernimmt Hans Maier bis zum Jahr 2022 die Schirmherrschaft des „Bertold Hummel Wettbewerbs“ für Studierende europäischer Musikhochschulen, deren Preise er noch als 86jähriger persönlich überreicht.
Ihre gegenseitige Verehrung formulieren sie in den Publikationen Plädoyer für das originelle Œuvre des zeitgenössischen Komponisten Bertold Hummel und Begegnungen mit Hans Maier.