Episoden für großes Orchester (op. 23b, 1962)
I. Introduktion - Adagio, II. Allegro, III. quasi Cadenza - Presto più mosso, IV. Conclusion
3.3.3.3-4.3.2.1-Pk., Schlgz. Hrf., Streicher
Dauer: 13 Minuten
N. Simrock Berlin-London (Boosey & Hawkes)
Partitur EE 5331/ ISMN M-2211-2122-6 (käuflich) Stimmen (Leihmaterial)
Hummels "Episoden", drei konzise, lebendige Tanzszenen, erzielen überaus raffinierte, die Möglichkeiten des Orchesterapparates voll ausschöpfende Klangwirkungen und sind rhythmisch besonders vielschichtig, während die Melodik eher nüchtern ausgestaltet ist.
Die knapp 15minütigen Episoden für großes Orchester entstanden 1962 im Auftrag des Oldenburgischen Staatstheaters und wurden dort als Ballett (Pas de deux) uraufgeführt. Das Werk verbindet charakteristische Tanzszenen in der Folge: Introduktion-Adagio, Allegro, Cadenza — Allegro molto und Conclusion. Eine siebentönige Tonfolge (modus) alle Halbtöne im Raum des Tritonus c-fis beherrscht das ganze Werk und gibt durch die unterschiedlichen Satzverläufe die Notwendigkeit zu vielfältigen Variationen des Grundmaterials.
Bertold Hummel
Vorwort (der neu gedruckten Partitur bei N. Simrock Hamburg-London -Boosey & Hawkes - 2007)
Die "Episoden" für großes Orchester entstanden 1962 im Auftrag des Oldenburgischen Staatstheaters und wurden dort als Ballett unter dem Titel "Pas de deux" uraufgeführt. Der formale Aufbau der Komposition orientiert sich an den fünf Phasen des klassischen "Grand Pas de deux", wobei die ersten zwei Abschnitte Entrée und Adage in einen Satz zusammengefasst sind. Das musikalische Grundmaterial wird von einem siebentönigen Modus (alle Halbtöne im Raum des Tritionus c-fis) bestimmt, der in den rhythmisch geprägten Sätzen vielfältig variiert wird.
In einer Kritik der Uraufführung heißt es: die Musik schreit mit ihren plakatfarbenen Klängen und peitschenden Rhythmen nach harten bizarren Bewegungen.
Tatsächlich gehört diese Musik in ihrer Wildheit und Prägnanz zu den expressivsten Partituren Bertold Hummels und ist auf der Bühne wie im Konzertsaal gleichermaßen geeignet, die Hörer in ihren Bann zu ziehen.
Martin Hummel