Postludium: "Laßt uns erfreuen herzlich sehr" für Orgel (op. 85d, 1987)
Melodie: Köln 1623 (GL 585)
Orgel
Dauer: 2 Minuten
Titel: Postludium zu "Lasst uns erfreuen herzlich sehr" GL 585 - Umfang: 3 Seiten - Datierung: 15.6.87 - Aufbewahrungsort: Bayerische Staatsbibliothek München
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Sein "Präludium in d", op 85b, die Improvisation: „Komm, Schöpfer Geist" , op. 85c und das Postludium: „Laßt uns erfreuen herzlich sehr", op. 85d waren von anrührender Stille und naturzugewandter Erhabenheit bis zu disonant zweiflelnden und kräftig bis gewaltigen Glaubensbekenntnissen. Ein frisches und neues Erlebnis der Orgelmusik, das der Komponist als Vorhaben von Marius Popp noch freudig erwartete, leider aber nicht mehr erleben durfte.
Einzelinstrument Instrumentalwerk Kammermusik für mehr als zwei Instrumente Opus-Werkverzeichnis Orgel
Wenn für die katholische Kirche nach dem Konzil die Gregorianik ihre ureigenste Musik ist, dann ist Hummels Orgelmusik von diesem Gedanken besonders geprägt — hier trifft wieder eine seiner oben zitierten Antworten zu: Die Gregorianik ist als Inspirationsquelle für jede echte Kirchenmusik unentbehrlich. Nach der Gregorianik ist das Kirchenlied die nächste Inspirationsquelle. Wenn es nicht unmittelbare Abschnitte oder Partikel aus Gregorianik oder Kirchenlied sind, dann erfindet Hurnmel Modi als Bausteine, die als Tonfolgen aus dem Gedächtnis oder aus Vorlagen modifiziert sind und mit denen es sich kontrapunktisch und harmonisch arbeiten lässt.
Diese Arbeitsweise kann man besonders deutlich sehen und hören an den kleinen Stücken, die er für das „Augsburger Orgelbuch für den gottesdienstlichen Gebrauch“ geschrieben hat. (Vier Bände bei Böhm & Sohn, Augsburg). Es sind dies: ein Präludium in d (Heft 2), eine Improvisation: „Komm, Schöpfer Geist" (GL Nr. 245) (Heft 3) und ein Postludium: „Laßt uns erfreuen herzlich sehr" (GL Nr. 585) (Heft 4).
Im Postludium „Laßt uns erfreuen herzlich sehr“ (GL Nr. 585) sind die zwei Melodieabschnitte des Liedes auf verschiedenen Tonstufen wörtlich verwendetes Material, einem Nachspiel an Ostern gemäß auch hymnisch und rhythmisch verbreitert. Das Ganze wird verlebendigt durch eine das „Alleluja“ suggerierende, ostinat in der Oberstimme und im Baß verwendete Figur aus fünf Tönen. Ein einfaches Musterbeispiel liturgischen Orgelspiels, das auch als Unterrichtsvorlage Verwendung finden könnte.
(aus Franz A. Stein, "Die Kirchenmusik Bertold Hummels", Tutzing, 1998)