Weihnachtliche Suite für Kammerorchester (op. 13b, 1950)
I. Andante, II. Allegro con brio, III. "Pastorale", IV. Scherzando, V. Finale (Passacaglia)
Kammerorchester (1.1.1.1 - 1.1.0.0 - Streicher)
Dauer: 13 Minuten
Kleines Unterhaltungsorchester des SWF | Willi Stech
Lapin Kamariorkesteri | John Storgårds
Titel: Weihnachtliche Suite (für Kammerorchester) - Umfang: 24 Seiten - Datierung: 1950 - Aufbewahrungsort: Bayerische Staatsbibliothek München
Schott Music Partitur: Con 256 / ISMN: M-001-15144-3, Stimmensatz: CON 256-50 / M-001-15221-1
Druckfehler: Partitur und Stimmen:
1. Satz, Takt 62: Vcl: 3. Viertel e statt f
2. Satz, Takt 57: Vcl: Solo statt Tutti | Takt 131, 6. Achtel b statt h
3. Satz, Takt 85: Klar: 2. Punktierte Viertel ein Ganzton tiefer
4. Satz, Takt 29: Kb: 2. Viertel c statt a
Erstausgabe: Schuberth & Co., Hamburg 1990
op. 13b, IV. Scherzando
Bertold Hummel | Weihnachtliche Suite op. 13b | Jenaer Philharmonie
In der Programmmitte stand mit Hummels Weihnachtlicher Suite op. 13b ein reines Instrumentalwerk, das sich als köstlicher Beitrag zur Literatur für Kammerorchester entpuppte. Die fünf knappen, prägnant formulierten und kontrapunktisch flüssig gestalteten Sätze basieren auf eigenen Themen Hummels, doch werden in den Verlauf eines jeden beliebte Weihnachtslieder eingearbeitet. So begegnen im einleitenden Siciliano In dulci jubilo und Vom Himmel hoch, da komm ich her in kontrapunktischer Verschlingung. Der scherzoartige, in seinem Marschduktus Hindemith sehr nahe zweite Satz, in dem Trompetensignale und Violinsoli auffallen, wartet im Mittelteil mit Es ist ein Ros‘ entsprungen auf. Die zentrale Pastorale basiert auf einem Wechsel zwischen einer anmutigen, kontrapunktischen Holzbläsermusik und dem durch seine Harmonisierung impressionistisch anmutenden Susani-Lied in den Streichern. Der vierte Satz erinnert in seiner Lebhaftigkeit an den zweiten, ist aber lustiger und weniger forsch. Wie dort wechseln sich die einzelnen Instrumentengruppen in rascher Folge ab. Ein mehrfach flink dazwischen rufendes Signalmotiv basiert auf Morgen kommt der Weihnachtsmann. Die abschließende Passacaglia gipfelt in Vom Himmel hoch, da komm ich her, womit der Bogen zum Kopfsatz geschlagen wird.
Florian Schuck
Zum Finale aus der Weihnachtlichen Suite op. 13b von Bertold Hummel, gleichzeitig dem Finale des Konzertabends, wartete das Kolleg mit der beeindruckenden Fülle aller seiner Orchester und Chöre auf. Die Wiederholung dieses oratorisch geprägten Satzes bildete auch die Zugabe.
Kurzweilig, leichtfüßig und mit technischer Sicherheit, so wie vom zeitgenössischen Komponisten Bertold Hummel beabsichtigt, spielte das Orchester dessen »Weihnachtliche Suite«. Hummels offensichtlicher Spaß beim Einarbeiten bekannter Weihnachtsmelodien wie »Vom Himmel hoch da komm ich her« oder »Morgen kommt der Weihnachtsmann« in sein Werk setzten die Musikerinnen und Musiker bestens um.
Vorwort (Schott Music Con 256)
"Stell dir vor, bei all diesem bekam ich vor ein paar Tagen den Auftrag vom SWF, eine weihnachtliche Musik für Orchester zu schreiben." teilte der damals frisch verliebte Bertold Hummel seiner zukünftigen Frau im Oktober 1950 mit. An seinem 25. Geburtstag vollendete er die Weihnachtliche Suite, die nicht nur sein erster öffentlicher Kompositionsauftrag war, sondern auch sein erstes Orchesterwerk überhaupt. Bereits am 28. Dezember 1950 erklang das Werk über die Frequenzen des Südwestfunks in einem nachmittäglichen Weihnachtskonzert.
Die große Begeisterung des Komponisten während der Arbeit vermittelt sich in jedem der fünf Sätze dieses leichtfüßigen Werkes. Mit Witz und satztechnischer Sicherheit webt Bertold Hummel bekannte Weihnachtsmelodien kunstvoll ineinander. So erklingt der Choral "Vom Himmel hoch da komm ich her" einmal als Kontrapunkt zu "In dulci jubilo" (1. Satz), einmal als freches Trompetensignal (2. Satz) und im Finale jubelnd über einer feierlichen Passacaglia. Die bekannten Lieder "Es ist ein Ros entsprungen" (2. Satz) und "Vom Himmel hoch, o Englein kommt" (3. Satz) betonen den feierlichen Charakter der Komposition, das Scherzando mit dem munteren "Morgen kommt der Weihnachtsmann" (nach dem französische Kinderlied Ah! vous dirai-je, Maman) stimmt auf eine fröhliche Weihnachtszeit ein.
Auch jugendliche Zuhörer werden durch die Wiedererkennung der beliebten Melodien Freude an dem kurzweiligen Stück haben, so dass die Weihnachtliche Suite nicht nur in festlichen Weihnachtsprogrammen sondern auch in Jugendkonzerten ihren Platz finden wird.
Martin Hummel
August 2007