Graduale und Halleluja für Bariton, 2 Chöre, Bläser und Pauken (1968)
I. Graduale, II. Halleluja
Besetzung doppelchörig:
Chor I, 2 Oboen, Englischhorn, 2 Fagotte, 2 Trompeten in B, 3 Posaunen
Chor II, Bariton-Solo, 4 Hörner in F, 4 Trompeten in B, 3 Posaunen und Tuba, Pauken
Dauer: 5 Minuten
Titel: Graduale - Umfang: 19 Seiten - Datierung: - - Aufbewahrungsort: beim Auftraggeber verschollen
I. Graduale
Chor
Herr, unser Gott,
Bariton
wie wunderbar ist auf der ganzen Erde dein Name!
Chor
Deine Herrlichkeit hast du ausgebreitet über die Himmel.
Bariton
Aus dem Munde der Kinder und Kleinen
Hast du dir Lob bereitet zu beschämen die Feinde
Chor
Widersacher und Gegner müssen verstummen.
Bariton
Ich schaue den Himmel, das Werk deiner Finger,
den Mond und die Sterne, die du geschaffen.
Chor
Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkest,
des Menschen Sohn, dass du Sorge tragest um ihn?
Bariton/Chor
Herr, unser Gott,
wie wunderbar ist auf der ganzen Erde dein Name!
(Psalm 8, 1-4)
II. Halleluja
Chor
Halleluja.
Kommt lasst uns jubeln dem Herrn!
Jauchzet ihm zu, dem Felsen unseres Heils!
Vor sein Angesicht tretet mit Lobgesang,
jubelt ihm laut mit Psalmen.
Halleluja
Denn ein großer Gott ist der Herr,
ein König groß über alle Götter.
In seiner Hand sind die Tiefen der Erde,
und die Gipfel der Berge sind sein.
Halleljua.
(Psalm 95, 1-4)
Am 10. November 1967 erhält Bertold Hummel vom Organisationskomitee des 82. Deutschen Katholikentages, der unter dem Titel "Mitten in dieser Welt" vom 4. bis 8. September 1968 in Essen stattfinden wird, die Anfrage, ob er bereit wäre für den Hauptgottesdienst die Vertonung der Zwischengesänge (Graduale und Halleluja) zu komponieren. Als Gemeinderuf soll der im "Neuen Psalmbuch" gedruckte Kehrvers Hummels über den Text "Hallelujah" Verwendung finden. "Wegen der Einheitlichkeit der Besetzung ist an ein Werk für Chor und Bläser gedacht, das eine Aufführungsdauer von etwa drei bis fünf Minuten nicht überschreiten soll" lautet die Vorgabe des Komitees. Die Liturgiekommission des Katholikentages, entschied sich erst im März 1968 für den zu vertonenden Text des Graduale.
Als Graduale (eigentlich Responsorium Graduale) bezeichnet man in der römisch-katholischen Liturgie sowohl einen Zwischengesang als auch ein liturgisches Buch.
Als Graduale werden Psalmabschnitte oder biblische Verse zwischen der alttestamentlichen Lesung und der Epistel in der Messe bezeichnet; wenn die alttestamentliche Lesung entfällt, ist der Platz des Graduales zwischen vorhergehender Epistel und nachfolgendem Alleluia. Sie werden solistisch vorgetragen und durch ein sog. Responsum von der Schola (oder auch Gemeinde) gerahmt. Die Bezeichnung rührt her vom Ort der Ausführung des Gesanges (lat. gradus, "Stufe"), den Stufen zum Altar. In der Praxis hat sich daraus das Singen vom Ambo her entwickelt.