Musik für vier Saxofone (op. 88f, 1990)
I. Allegro vivace, II. Sostenuto, III. Burleske, IV. Finale
Sopran-, Alt-, Tenor-, Baritonsaxofon
Dauer: 18 Minuten
Normand DesChênes | Jürgen Faas | Matthias Köhler | Johannes Neuner
Titel: I. Allegro Vivace - Umfang: 35 Seiten - Datierung: I. 13.4.90 II. 28.3.90 III. - IV. 3.Mai 1990 - Aufbewahrungsort: Bayerische Staatsbibliothek, München
Schott Music ADV 7626 / ISMN: 979-0-2063-0743-0 / ISBN: 978-3-89221-691-9 (Partitur und Stimmen)
Faszinierende Fülle und Leuchtkraft bekamen die vier Saxophone im langsamen Satz: einer Huldigung an die Tubenlandschaft aus Bruckners 7. Sinfonie.
Bläser Einzelinstrument Instrumentalwerk Kammermusik für mehr als zwei Instrumente Opus-Werkverzeichnis Saxofon
Eine Tonfolge, die zu Beginn im Unisono vorgetragen wird, bildet das Ausgangsmaterial des 1. Satzes. Eine besondere Rolle spielen die Intervalle kleine Terz und Quarte bzw. Quinte, sowohl in der Melodie als auch bei der Akkordbildung. Starke Differenzierungen in Dynamik und Artikulation kennzeichnen diesen der klassischen Sonatenform verpflichteten ersten Teil des Werkes.
Das Sostenuto - immer wieder zur harmonisch-hymnischen Geste eines Trauermarsches zurückkehrend - ist gegliedert durch rezitativische Einschübe und motivische Fortspinnungen und findet im Abgesang zu einer verklingenden choralartigen Episode - einer Bruckner-Allusion.
Die festgehaltene Mixtur zweier in sich verschränkter Nonen bestimmt vertikal den burlesken 3. Satz. Horizontal ist die Intervallfolge kleine Terz und Quarte vorherrschend - quasi eine Wiederaufnahme des Tonmaterials aus dem 1. Satz. Die formale Gliederung ist A B A, wobei B im Tempo eines Ländlers erscheint.
Der 4. Satz beginnt mit einer ariosen Einleitung, gefolgt von einem Allegro vivace mit Rondocharakter. Pochende Rhythmen, an den Jazz erinnernde Melodiefloskeln sowie starke dynamische Gegensätze geben ihm sein Gepräge. Wie mit einem Hauch von Resignation verlöschend endet das turbulente Finale. Das Werk entand im Jahre 1990 auf Anregung von Normand DesChênes.
Bertold Hummel