BERTOLD HUMMEL - Texte zu den Werken: opus 62a1


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Adagio für Streicher "in memoriam Benjamin Britten", op.62a1 (1976)


 
Beginn der Komposition

 

Uraufführung der Streichtriofassung: 19. Dezember 1976, Karlstadt, Zur Hl. Familie
Inken Hummel / Florian Hummel / Cornelius Hummel

Uraufführung der Streichorchesterfassung: 6. August 1977, Steingaden, Wieskirche
Orchester der Werkgemeinschaft für Musik e.V. / Bertold Hummel

Aufführungsdauer: 6 Minuten

Autograph:
Titel: Trauermusik f. B. Britten
Umfang: 4 Seiten
Datierung: 4.12.76 Würzburg

Aufbewahrungsort: Bayerische Staatsbibliothek München

Verlag: Schott Music ED 20280 / ISMN: M-001-14972-3

Musicaphon M 55717

 

Das Adagio für Streicher in memoriam Benjamin Britten op.62a1 entstand unmittelbar nach Erhalt der Nachricht vom Tod des großen englischen Komponisten und wurde am 4.12.1976 zwischen 20:00 Uhr und 21:30 Uhr niedergeschrieben. Es handelt sich dabei um eine dreistimmige Komposition, die sowohl solistisch als auch chorisch aufgeführt werden kann. Eine Geste aus Brittens ‚Simple Symphony‘ beschließt das kurze expressive Stück.

Bertold Hummel

 

Auf verschiedenen Musikfesten bin ich B.Britten begegnet. Er war ein wunderbar feinfühliger Mensch und Kollege. Nicht nur als Komponist wesentlicher Opern unseres Jahrhunderts sowie bedeutender Werke absoluter Musik, sondern auch als Dirigent, Kammermusiker und Liedbegleiter war B. Britten für mich eine wichtige Begegnung.

Bertold Hummel

 

Unter seinen Noten fand ich ein Adagio für drei Streicher auf den Tod von Benjamin Britten. Es steht in einer Tradition mit der Trauermusik von Lutoslawski auf Bartók und einer Reihe anderer Stücke, die sehr schön sind. Es ist ein Adagio mit lauter langen Noten, mit vielen klagenden Sekunden und gehaltenen Akkorden, die verwehen, und hat etwas von einer Erinnerung und Traurigkeit. Es hat mich sehr gepackt.

Wilfried Hiller (im Programmheft des Münchner Kammerorchester: Abonnement-Konzerte 2002/2003)

 

Im Adagio op 62a gilt Hummels Verehrung Benjamin Britten, der selbst wiederum auch Henry Purcell, dem Orpheus Britannicus der elisabethischen Zeit, nachgelauscht hatte. Hummel begibt sich hier also auf den Weg einer großen Tradition, die sich gegenüber der kontinentalen Musikentwicklung immer auch einige Besonderheiten bewahrt hatte.
Eine mit einem Quintsprung abfallende und dann wieder mit einer Septime aufsteigende und intervallreich schwingende Melodie wird im Stück melodisch und rhythmisch fast spielerisch auseinandergenommen und zu neuen Folgen zusammengesetzt. Reizvolle Klänge begleiten in den mitlaufenden Stimmen durch kühne harmonische Spannungslinien die Entwicklung der Melodie. Immer sind es die fallenden und aufsteigenden Linien, die bis zum fff eineinander geführt werden und zum Schluss im gedämpften ppp auslaufen

Hans Jürgen Kuhlmann (im Programmheft des Ensembles "Il Cappricio" Juli 2003)

 

Presse

Westdeutsche Zeitung, Düsseldorf 19.11.1994

Ein bewegendes, einsätziges Werk, das sich auf tonaler, betont diatonischer harmonischer Grundlage einer durchaus "modernen" Tonsprache bedient.


Main-Post, Würzburg, 5.4.2017

... eine schwelgerisch schöne Trauermusik mit spätromatischer Aura und weichen Linien ...


Erstausgabe (Neue Fassung): J. Schuberth & Co., Eisenach 1999